Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Hermeskeil

Die ersten Anf√§nge einer Feuerl√∂schmannschaft gehen zur√ľck auf das Jahr 1813. Von diesem Zeitpunkt an war es √ľblich, da√ü man im Brandfalle einfach zum Orte des Geschehens eilte, um sich ohne dirigierende Leitung in irgendeiner Form n√ľtzlich zu machen. Unzureichendes Hantieren mit den vorhandenen Ger√§ten konnte somit keine Gew√§hr bieten f√ľr eine schnelle und erfolgversprechende Brandbek√§mpfung. Nach gr√∂√üeren Br√§nden in Otzenhausen, Kell und Prosterath Ende 1870, wobei sogar einige Tote zu beklagen waren, wurde in Hermeskeil allm√§hlich der Plan erwogen, eine organisierte Feuerwehr zu gr√ľnden auf verpflichtender freiwilliger Basis.

Bemerkenswert ist hierbei die Tatsache, da√ü nicht die Beh√∂rde Initiator war, sondern eine handvoll zeitbewu√üter und zielstrebiger M√§nner. Allen voran der damalige Posthalter Christian Weber. Er rief am 17. Juni 1883 alle bereitwilligen M√§nner zu einer Gr√ľndungsversammlung auf. Diesem Aufruf folgten spontan 82 Freiwillige, was durch das heute noch vorhandene Gr√ľndungsprotokoll dokumentiert werden kann. Diese Anzahl ist sehr beachtlich, wenn man bedenkt, da√ü Hermeskeil zu dieser Zeit etwa l.500 Einwohner z√§hlte. Gem√§√ü der Regierungsverf√ľgung wurden nach m√ľhevoller Arbeit mit der Gemeinde die Statuten am 29. Dezember 1884 f√ľr die junge Wehr festgelegt, die dann am 17. Januar 1885 von der Regierung genehmigt wurden.


Die Gliederung der Wehr gab folgendes Bild:

Hauptmann: Posthalter Christian Weber

Vertreter: Gutsbesitzer Hugo Weber

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F√ľhrer der l. Spritze (Gro√üe Spritze):

 

1. Karl Wilhelmy (Schlosser); Vertreter Mathias Br√ľcker (Schmied)

 

2. Johann Br√ľcker (Schmied); Vertreter Mathias Eiden Barth (Schmied)

 

dazu 18 Männer als Pumpmannschaft.

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F√ľhrer der 2. Spritze (Kleine Spritze):

 

Michael Berens (Schmied); Vertreter Johann Eiden Barth (Schmied);

 

Vertreter Franz Berens (Schmied)

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F√ľhrer der L√∂sch- und Rettungsmannschaft: F√∂rster Haak; Vertreter Jakob Bier, sowie 21 Mann

 

 

Schlauchf√ľhrer: 6 Mann

 

 

Ordnungsmannschaft: 12 Mann

 

 

Hornisten: 6 Mann

Das Ger√§t, mit dem man anfing zu √ľben, war nicht besonders lobenswert. Zwei Spritzen, eine von B√ľrgermeister Schwarz 1813 bereits in Dienst gestellt sowie eine wesentlich st√§rkere von 1834, standen zur Verf√ľgung. Hinzu kamen noch einige Ledereimer, Brandhaken und Leitern. Dank des Opfersinnes vieler F√∂rdermitglieder sowie bestm√∂glicher Hilfe seitens der Gemeinde wurde der Ger√§testand laufend verbessert.

So wurde es m√∂glich, 1890 eine neue moderne, vierr√§drige Feuerspritze anzuschaffen, die f√ľr Mannschaft- und Gespannzug geeignet war. Bestand die bisherige Bauart nur aus Sto√üspritzen, so war die Neue eine Saug- und Druckspritze mit manueller Bedienung. Daher die gro√üe Zahl an Pumpmannschaften. Letzte Spritze ist heute noch vorhanden und funktionsf√§hig. Sie wurde 1970 anl√§√ülich der Stadtwerdung restauriert und steht heute im Hermeskeiler Feuerwehrmuseum.

Nachforschungen in unserem heutigen Landesarchiv in Koblenz haben dokumentarisch sehr interessante und wissenswerte Unterlagen zutage gef√∂rdert. So unter anderem den Antrag des damaligen B√ľrgermeisters von Wallstein zwecks Anerkennung der Hermeskeiler Feuerwehr-Statuten mit gleichzeitigem Genehmigungsbescheid, ferner den vollen Wortlaut, der im Amtsblatt Nr. 30 zu Trier ver√∂ffentlichten Feuerordnung f√ľr den Regierungsbezirk Trier.
Nach erfolgter √úberpr√ľfung durch Polizei und seiner Exzellenz, des Herrn Minister des Inneren, wurde diese Feuerordnung am 14. Juni 1837 erlassen und behielt ihre G√ľltigkeit bis nach dem l. Weltkrieg. Weitere Schriftst√ľcke verschiedenster Art dokumentieren das Feuerwehrwesen in unserem Heimatbereich.

Unsere neugegr√ľndete Hermeskeiler Wehr war in etwa vereinsm√§√üig aufgebaut. Alle aktiven M√§nner zahlten Beitr√§ge, die von den jeweiligen Truppf√ľhrern eingezogen wurden. Erw√§hnt sei auch eine mehrmalige Zuwendung seitens der Berliner Feuerversicherung in H√∂he von jeweils 50 Mark. Diese Gelder wurden verwandt f√ľr Ausr√ľstung und Uniformierung (Drillichzeug). Unter B√ľrgermeister von Wallstein nahm die Wehr einen erfreulichen Aufschwung. Leider verstarb im Jahre 1887 der Gr√ľnder und Hauptmann der Wehr, Herr Christian Weber, worauf Hugo Weber seinen Posten einnahm mit Herrn Mathias Klauk als Adjutant.

1890 trat auch Hugo Weber aus famili√§ren Gr√ľnden zur√ľck und Klauk mit seinen Adjutanten, Samson und Herkels, leitete die Wehr bis zum Jahre 1919. In diesen 29 Jahren hatte die Wehr, die bis dahin den Namen Feuerwehrcorps trug, einen vorbildlichen Leistungsstand erreicht.

Aus Altersgr√ľnden traten diese 3 verdienten M√§nner dann zur√ľck. Ihre Nachfolger wurden Peter Weber G√∂den mit Johann Eiden Hartmann als Adjutant und Johann Gauer als Brandmeister.

Anl√§√ülich des 25j√§hrigen Stiftungsfestes am 22. August 1909 wurde nach Genehmigung durch den Herrn Landrat acht verdienten Hermeskeiler Wehrm√§nnern das Erinnerungszeichen f√ľr besondere Verdienste um das Feuerl√∂schwesen verliehen.

Zu einem Großbrand von Höfchen schreibt der Chronist, Herr Rektor Bach: "Bei Ausbruch dieser Feuersbrunst war der in Trier angestellte und in Höfchen beheimatete Lehrer Philip Ostermann der einzige im Dorfe anwesende Mann, als das Feuer im Nachbarhaus ausbrach.
Es war zur Zeit der Grummeternte und alle Erwachsenen des Ortes waren in der Wiese. Nachger√ľhmt mu√ü dem braven Manne werden, da√ü er zun√§chst in die verschlossenen und zum Teil brennenden H√§user eindrang, wo er eingesperrte Kleinkinder vermutete.
Aus dem schon in Flammen stehenden Hause des Adam Kohl hat er dann auch 2 kleine Kinder vor dem sicheren Flammentod gerettet. Dann erst √Ėffnete er den Viehstall seines Vaters sowie die anderen St√§lle, um die Tiere hinaus zu treiben. (Lehrer Ostermann ist 1903 gestorben)."
Die Brände während des l. Weltkrieges verdienen besonders erwähnt zu werden. Denn während die jungen Leute im Felde standen, haben Veteranen der Wehr sich aufgerafft und mit den im Lazarett und Genesungsheim hier anwesenden Soldaten sehr anerkennenswert gearbeitet. Besonders den Ortsteil, genannt "Mäschecken", der durch den Brand bei Lochen und Eiden in großer Gefahr war, haben sie vor weiterem Brandschaden bewahrt.

 
Reorganisation nach dem 1. Weltkrieg

Nach den 4 Jahren des l. Weltkrieges folgte eine sehr turbulente Nachkriegszeit, die geprägt war von Besatzung, Wirtschaftskrise und Inflation. Wie bei so vielen Gruppierungen und Vereinen war auch bei der Hermeskeiler Wehr eine zwingende Reorganisation erforderlich.

Die Zahl der treugebliebenen Wehrleute wurde festgestellt und neue Mitglieder angeworben. Da auch aus Kreisen der Bev√∂lkerung der Wunsch nach einem Wiederaufbau der Wehr laut wurde, ergriff B√ľrgermeister von Wallstein hierzu die Initiative. Denn man war sich allerseits dahingehend einig, da√ü das in der Vergangenheit so bew√§hrte Werk der Wehr nicht untergehen d√ľrfte. Nach ergangenem Aufruf meldeten sich erneut eine gro√üe Anzahl neuer junger M√§nner zum freiwilligen Feuerwehrdienst. Mit Oberbrandmeister August Weber Lingen, Stellvertreter Wilhelm Sander und Brandmeister Franz Ponzlet wurde somit im Jahre 1924 die Wehr wieder neu organisiert mit einer St√§rke von 70 Mann.

Durch die tatkr√§ftige Unterst√ľtzung des B√ľrgermeisters entwickelte sich die Wehr erneut zu einer verl√§√ülichen Einheit.

Am l. Juni 1924 erging ein Dringlichkeitsantrag an die Gemeinde zwecks Anschaffung von neuen Ger√§ten und pers√∂nlicher Ausr√ľstung. Doch bedingt durch die schlechte Finanzlage mu√üte man sich vertr√∂sten auf den 24. November 1925, bis man den Forderungen nachkam und einen Betrag von l.713,50 RM bewilligte. Des weiteren wurde gefordert, das schon gealterte Spritzenhaus in der Z√ľscher Stra√üe (heute Parkplatz hinter dem Saale Eisenring) umzubauen und die Torausfahrten auf die Hauptstra√üe zu verlegen.

Ein √úbungs- und Steigerturm mit gleichzeitiger Schlauchtrocknung wurde ebenfalls dringend ben√∂tigt. Diese Bauvorhaben wurden 2 Jahre sp√§ter verwirklicht und zwar neben dem heutigen st√§dtischen Mietshaus in der Martinusstra√üe (S√§gem√ľhle).

In einer Generalversammlung vom 6. Mai 1926 wurde einstimmig der Beschlu√ü gefa√üt, dem Provinzial-Feuerwehrverband der Rheinprovinz beizutreten. Nach √úberpr√ľfung durch die Gemeinde sowie der Bezirksregierung erhielt die Wehr am 14. Januar 1927 die Aufnahmebescheinigung. Diese Mitgliedschaft bedeutete folgendes: Der Dienstablauf und Aufgabenbereich der Wehren wurde in Zukunft durch eine Mustersatzung geregelt. Durch Zahlung von l Mark pro Mann und Jahr, war man in der Haftpflicht versichert. Eine Krankheits- und Unfallversicherung sollte sp√§ter folgen.
Auszeichnungen konnten nur ausgesprochen werden durch den Verband. Eine einheitliche Uniformierung war vorgeschrieben.

Das wichtigste jedoch war, da√ü den Gemeinden nach Einwohnerzahl, Art der Wasserversorgung, Art der Gefahrenklasse sowie Gescho√üh√∂he der Geb√§ude, Auflagen gemacht wurden, was den Umfang der Ausr√ľstung an L√∂sch- und Rettungsger√§ten anbetraf. Somit war die Gemeindeverwaltung, gemessen an ihrer Finanzkraft, gezwungen, Mittel bereitzustellen. Da zu dieser Zeit schon zwei- und dreigeschossige H√§user in Hermeskeil keine Seltenheit mehr waren und eine wirklich druckverst√§rkende Motorspritze noch nicht vorhanden war, konnte man nicht umhin, eine gr√∂√üere Leiter f√ľr L√∂sch- und Rettungszwecke zu kaufen.

Nach Mitteilung durch den L√∂schmeister, Herr Peter Weber (Bach Pitter), gew√§hrte die K√∂lnische Feuerversicherung "Colonia" einen Zuschu√ü von 150 RM. Mit diesem Zuschu√ü wurde eine mechanische Auszugleiter von 14 m H√∂he gekauft und der Wehr am 17. August 1926 √ľbergeben. Diese Leiter, Kaufpreis 1446 Mark, tat ihren Dienst bis 1963 (durch 18 m hohe Leiter ersetzt). Ab diesem Zeitpunkt war sie aus Sicherheitsgr√ľnden nicht mehr einsatzf√§hig. Die seitliche, der L√§nge nach angebrachte Sicherheitsbespannung war erschlafft, was auch mit der Verwindung der beiden Holme zu tun hatte. Abstand und Breite der Spindelst√ľtzen entsprach auch nicht mehr der neuen Vorschrift. Es gab keine Gelegenheit, diese Leiter unterzubringen und so mu√üte sie leider demontiert werden und war somit verloren.

45jähriges Stiftungsfest

Am 31. Juli 1927 feierte die Wehr ihr 45j√§hriges Stiftungsfest. Sie war inzwischen uniformiert und mit¬†dem Bestm√∂glichen ausger√ľstet, jedoch noch ohne Motorspritze. Die Gesamtst√§rke der Wehr betrug damals 110 Mann. Der eifrigste F√∂rderer des L√∂schzuges war zu dieser Zeit Herr Amtsgerichtsrat Tetzner. Im Mai 1926 wurde durch ihn die Stelle des Bankdirektors besetzt. Er war in dieser Stellung eine Repr√§sentativperson und bekleidete dieses Amt bis Januar 1933.








Die Gliederung der Wehr an ihrem Stiftungsfest sollte nach genauen Unterlagen festgehalten werden: 
  

Chef der Wehr: 

B√ľrgermeister Freiherr v. Wendt

Branddirektor:

Amtsgerichtsrat Tetzner

Oberbrandmeister:

Sattlermeister Wilhelm Sander

Erster Brandmeister:

Maurermeister Jakob Schmitt

Zweiter Brandmeister:

Dachdeckermeister Johann Hark

Wasserwart:

Klempnermeister Jakob Trein

Hydrantenwart:

Schmiedemeister Michel Berens

Abteilungsf√ľhrer:

Schmiedemeister Johann Nellinger

 

Ackerer Peter Weber Reichert

 

Ackerer Nikolaus Eiden

F√ľhrung der Ordnungsmannschaft:

Maurermeister Nikolaus Ponzlet

F√ľhrer des Sanit√§tskorps:¬†

Eisenbahnschlosser Michel Hansen


An Geräten waren vorhanden:

1 vierräderige Feuerspritze, 1 mechanische Ausziehleiter 14 m lang, 1 einfache Ausziehleiter, 2 Schlauchwagen mit je 250 m Schlauch, 1 Rettungswagen mit 2 Steckleitern von je 10 m, 6 Hakenleitern, 4 Hydrantenstöcke, 6 Strahlrohre, 1 Dreiwegehahn sowie 15 Brandhaken.

Am 22. Juli 1928 fand in Ruwer ein Verbandstag statt. Bei diesem Anla√ü verlieh der Landrat im Auftrage der Regierung an 6 Mitglieder der Feuerwehr Hermeskeil die Auszeichnung f√ľr 40j√§hrige aktive T√§tigkeit. Da die Gemeinde Hermeskeil die erste und einzige Gemeinde des Landkreises war, welche bis dahin eine 40j√§hrige Dienstzeit nachweisen konnte, besteht die berechtigte Annahme, da√ü die Wehr Hermeskeil auch als die √§lteste organisierte Wehr im damaligen Kreisgebiet galt.

Im Mai 1929 erhielt man dann die lang ersehnte Motorspritze TS 6/6 vom Fabrikat Honig. Diese Spritze wurde gef√ľhrt auf einer 1-achsigen Lafette mit Vollgummibereifung, 2 Schlauchhaspeln, Saugschl√§uchen, Standrohr sowie sonstigem Zubeh√∂r. Eine Neuerung bestand bei den 3 Strahlrohren. Sie waren durch einen Hebel absperrbar und die Mundst√ľckweite von 8 auf 12 bis 18 mm durch Gewindest√ľcke zu erweitern. 1928 gab Herr Sander die Wehrleitung an Jakob Schmitt ab. Schmitt leitete die Wehr bis 1933.

Ab dem Jahre 1929 f√ľhrte die Wehr inoffiziell den Namen Amtswehr, weil sie aufgrund ihrer Ausr√ľstung imstande war, gr√∂√üere Brandbek√§mpfungsma√ünahmen vorzunehmen. Mit guten Erfolgen wurde sie des √∂fteren √ľber√∂rtlich eingesetzt.


Beginn der N.S.-Zeit am 30. Januar 1933

Nach erfolgter politischer Umw√§lzung im Jahre 1933 √§nderte sich auch so manches im Gef√ľge der Feuerwehren. Nach einem Gesetz, das der ehemalige SS-Obergruppenf√ľhrer, General Dal√ľege bekannt gab, wurden die Wehren ein Teil der Polizei. Somit wurden alle Pflicht- und freiwillige Wehren zu einer Polizei-Hilfstruppe in der Hand des B√ľrgermeisters. Dieser war damit gleichzeitig Ortspolizeiverwalter.

Infolge des damaligen Zeitgeschehens ist so mancher brave Feuerwehrmann ausgetreten oder mu√üte die Wehr verlassen. Jakob Schmitt wurde 1933 erstmalig zum Amtswehrf√ľhrer ernannt und Johann Nellinger √ľbernahm die Stelle des √∂rtlichen Wehrleiters. Am 15. Juli 1934 feierte die Wehr unter Hakenkreuzfahnen ihr 50j√§hriges Stiftungsfest. Im Jahre darauf, also 1935, mu√üten auch Schmitt und Nellinger ihr Amt niederlegen.

Die Nachfolger wurden Johann Jax als Amtswehrf√ľhrer und Johann Hark als Wehrleiter von Hermeskeil.

In Anbetracht der damaligen politischen Verh√§ltnisse erhielt die Wehr teils milit√§rischen Charakter. Exerzierdienst, Gru√ü√ľbungen, Leibesert√ľchtigung usw. seien nur erw√§hnt.

Am 28. August 1938 war der Kreisfeuerwehrverbandstag nach Hermeskeil verlegt worden. Gut einge√ľbte L√∂sch-, Schau- und Rettungs√ľbungen auf dem Hof der Volksschule gaben Zeugnis vom Ausbildungsstand des L√∂schzuges. Johann Hark gab 1938 die Wehrf√ľhrung an Schomsteinfegermeister Thome ab. Doch schon bereits nach einem Jahr √ľbernahm Schmiedemeister Michel Berens die Leitung bis Kriegsende 1945. Amtswehrf√ľhrer Jax trat 1939 zur Organisation der "Technischen Nothilfe" √ľber. Um diesen verwaisten Posten wieder zu besetzen, wurde erneut Maurermeister Jakob Schmitt gegen seinen Willen und unter Androhung von KZ-Lager von B√ľrgermeister M√§del hierzu verpflichtet. Dem befehlenden Zeitgeist gehorchend, mu√üte Schmitt dieses Amt √ľbernehmen bis Ende des Krieges 1945.

Inzwischen war ein 1943 Mannschaftsfahrzeug LLG (Leichtes L√∂schgruppenfahrzeug) mit einer neuen Motorspritze TS 8/8 angeschafft worden, wodurch die Wehr schnell und beweglich wurde. Die Vielzahl der durch Bombenabw√ľrfe entstandenen Br√§nde von Oktober 1944 bis Kriegsende wurden leider nicht im einzelnen registriert. Erw√§hnt werden sollen die tagelangen Brandeins√§tze in Trier, wobei die Wehrm√§nner im wahrsten Sinne Zerrei√üproben zu bestehen hatten.

√Ąltere M√§nner mu√üten die L√ľcken derer schlie√üen, die im Felde standen. Es erforderte wahren Opfergeist in diesen Kriegswirren der guten Sache einer Feuerwehr zu dienen.
Am 16. M√§rz 1945 war es dann soweit, von Gusenburg her √ľber Nickels und Blasiusm√ľhle besetzten amerikanische Truppen Hermeskeil. Den Mercedes-Mannschaftswagen verschleppten sie irgendwohin nach S√ľddeutschland, er ging mit aller Ausr√ľstung verloren,¬† nur der Fahrzeugbrief ist noch erhalten. (1995 entdeckten Hermeskeiler Wehrm√§nner ein baugleichen Mercedes-Mannschaftswagen, welchen sie erwarben und von Grund auf originalgetreu restaurierten. Dies ist der Grund, warum ein solches LLG noch heute im Besitz der Feuerwehr und damit des Feuerwehrmuseums Feuerpatsche Hermeskeil ist). Die beiden Motorspritzen sowie die mechanische Leiter blieben noch erhalten. Zus√§tzlich hinterlie√üen die Amerikaner noch zwei Feuerl√∂scheimer, welche heute im Museum Hermeskeil zu bestaunen sind.

 
Pflichtfeuerwehr in Hermeskeil

Nach dem Ende des Krieges als die franz√∂sische Besatzung mit den ihr unterstellten Beh√∂rden in Hermeskeil den Lauf der Dinge regelte, sollte auf deren Betreiben eine neue Wehr auf die Beine gestellt werden. Herr Johann Blasius wurde vom franz√∂sischen Ortskommandanten mit dieser sicherlich nicht leichten Aufgabe betraut. Anfangs stellten sich nur 20 Mann zur Verf√ľgung. Man war des Uniformtragens m√ľde und die Freiwilligkeit fand auch keine Begeisterung mehr. Somit war das verlangte Vorhaben zum Scheitern verurteilt.
Daraufhin wurde von der Beh√∂rde kurzerhand am 27. Januar 1947 eine Pflichtfeuerwehr zusammengestellt, mit einer St√§rke von 42 Mann sowie 26 Mann als Reserve. Johann Blasius, als vormaliger L√∂schmeister, wurde zum Brandmeister ernannt und somit hatte er die Leitung der Pflichtwehr zu √ľbernehmen. Gleichzeitig mu√üte er auch das Amt des Amtswehrf√ľhrers bis 1948 √ľbernehmen.
An L√∂schger√§ten war nur noch wenig erhalten geblieben. Wie oben beschrieben wurde der Mercedes-Mannschaftswagen war von den Amerikanern irgendwo nach S√ľddeutschland verschleppt und ging mit aller Ausr√ľstung verloren. Die beiden Motorspritzen sowie die mechanische Leiter blieben noch erhalten. Das Schlauchmaterial war sehr knapp und das wenige, das noch da war, nicht mehr voll einsatzf√§hig. Die meisten Uniformen waren umgeschneidert und in den H√§nden von Zivilisten.
Daß unter dieser Voraussetzung ein ordentlicher Feuerwehrdienst fast unmöglich war, ist wohl mehr als verständlich.
Wegen Krankheit gab Blasius die Leitung am 15. Dezember 1947 an seinen Stellvertreter, Maurermeister Peter Ponzlet, ab, der diesen, nicht gerade erfreulichen Posten, bis zum 15. September 1949 innehatte.


Neugr√ľndung der Freiwilligen Feuerwehr Hermeskeil am 15. September 1949

Nachdem die Pflichtwehr immer haltloser geworden war und die sich mehrenden Br√§nde nach einer einsatzf√§higen und schlagkr√§ftigen Wehr verlangten, ging ein Aufruf des damaligen Amtsb√ľrgermeisters Peter Harig an alle jungen M√§nner der Gemeinde Hermeskeil, zwecks Neugr√ľndung einer "Freiwilligen Feuerwehr". Diesem Aufruf folgten 35 Mann, die sich am 15. September 1949 im Gasthaus Gettmann zusammenfanden. Nach einleitenden Worten von Herrn Harig und Ortsb√ľrgermeister Christian Tr√∂sch, erkl√§rten sich alle Anwesenden bereit, Mitglied einer Freiwilligen Wehr zu werden.

Der gewählte Vorstand setzte sich wie folgt zusammen:

Vorsitzenden:

Johann Jax

Beisitzer:

Albert Weber, Franz Weber Biehl,
Conrad Kann

Schriftf√ľhrer:

Bernhard Weber

Kassierer:

Willi Becker

Als Wehrf√ľhrer bzw. Oberbrandmeister wurde erneut Herr Johann Blasius, der in Sachen Feuerwehr als erfahren galt, wiedergew√§hlt. Damit war die traditionsreiche Feuerwehr Hermeskeil neu ins Leben gerufen. B√ľrgermeister Tr√∂sch versprach weitestgehende Unterst√ľtzung seitens der Gemeinde. Bereits 2 Wochen sp√§ter, am 29. September 1949, bewilligte der Gemeinderat die Anschaffung von Arbeitsanz√ľgen. Die mitbestellten Helme, Leinen und Gurte wurden am 13. Dezember 1949 ausgeh√§ndigt.

Schlauchmaterial sowie sonstige kleine Ger√§tschaften, kamen nach und nach an die Reihe. Nach intensiven √úbungen und Schulungen unter der Leitung von Blasius und Jax wuchs die Wehr alsbald zu¬†einer schlagkr√§ftigen Einheit zusammen. Aus diesem Grunde wollte man erneut ein L√∂schfahrzeug beschaffen in dem Gedanken, die √∂rtliche Wehr wieder zu einer Amtswehr zu erheben. Zur Betreuung aller zum Amtsbezirk geh√∂renden Wehren wurde Schomsteinfegermeister Gimmler zum Amtswehrf√ľhrer ernannt. Durch die Initiative von Amtsb√ľrgermeister Harig sowie weiteren ma√ügeblichen Stellen wie Landesregierung und Forstverwaltung war es nach langen Verhandlungen gelungen, namhafte Zusch√ľsse zu erhalten. Somit fand ein modern ausger√ľstetes Tankl√∂schfahrzeug TLF 15, mit 2400 Itr. Wasserinhalt vom Typ Magirus, in Hermeskeil seinen Standort. An einem Sonntag, am 15. Mai 1950, wurde das mit Girlanden geschm√ľckte Fahrzeug nach seiner kirchlichen Einsegnung der Wehr zu treuen H√§nden √ľbergeben.

Die spezielle Ausr√ľstung war auf Waldbrandbek√§mpfung ausgerichtet sowie eine Schauml√∂schanlage zur Bek√§mpfung von Fl√ľssigkeitsbr√§nden. Durch das Vorhandensein dieses Fahrzeuges erstreckte sich nun der Einsatzbereich der Hermeskeiler Wehr weit √ľber die Grenzen des Amtes hinaus.

Um im Ernstf√§lle noch schneller am Brandort zu sein, wurde am 15. Juli 1951 auf dem Amtsgeb√§ude eine Sirene installiert, womit das bisherige Trompetensignal als Alarmgeber seine Bedeutung verlor. Wie segensreich sich der L√∂schwagen f√ľr unseren Ort und unsere Umgebung erwiesen hat, haben viele erfolgreiche Eins√§tze gezeigt.

Vom guten Ausbildungsstand gab die Wehr am 19. und 20. Mai 1951 Zeugnis, anl√§√ülich des l. Kreisfeuerwehr- verbandstages mit Stiftungsfest. Gro√üangelegte Schau- und Rettungs√ľbungen fanden allseitige Anerkennung. Nebst den am 19. Juni 1952 erhaltenen Uniformen, wurde auch der Ger√§tebestand st√§ndig erweitert.

In einem 1954 neuerbauten Gerätehaus am Amtsgebäude, konnte das Tanklöschfahrzeug TLF in einer beheizten Halle untergebracht werden. Somit konnte das Löschwasser auch im Winter im Tank bleiben.

Aus gesundheitlichen Gr√ľnden mu√üte Johann Blasius sein Amt am 14. Oktober 1950 zur Verf√ľgung stellen. Conrad Kann wurde Oberbrandmeister mit Bernhard Weber und Nikolaus Bier als Stellvertreter.¬†Aus beruflichen Gr√ľnden trat nach 2 1/2 Jahren auch Kann zur√ľck und Bernhard Weber √ľbernahm die Leitung der Wehr ab dem l. April 1953. Als Brandmeister standen ihm w√§hrend dieser Zeit die Herren Nikolaus Bier, Otto Harig, Willi Eiden-Harms, Arnold Eiden und Johannes Blasius zur Verf√ľgung.

In wirklich aufopfernder und uneigenn√ľtziger Weise erf√ľllte die Wehr die ihr gestellten Aufgaben. Teilnehmer an der Landesfeuerwehrschule Kirchheim-Bolanden vermittelten der Wehr ihr erlerntes Wissen zum Wohle der Allgemeinheit. Von den vielen geleisteten Eins√§tzen sollte einer erw√§hnt werden, n√§mlich der Dachstuhlbrand am St.-Josef-Krankenhaus am 15. Oktober 1955. Denn ohne die starke Motorpumpe des TLF, die das L√∂schwasser mit noch erheblichem Enddruck an den Brandort bef√∂rderte, w√§re der gesamte Dachstuhl ein Raub der Flammen geworden. Der umsichtig vorgetragene Innenangriff der Wehr sowie das bewundernswerte Verhalten der Ordensschwestern verhinderten jegliche Panik.

Auf die Dauer gesehen, erwies sich das einst so moderne Tankl√∂schfahrzeug als nicht mehr zeitgem√§√ü.¬†Verlangt wurde ein st√§rkeres und robusteres gel√§ndeg√§ngiges Fahrzeug mit besserer Motorleistung und √ľbersichtlicher Ger√§teunterbringung. Diesem lang gehegten Wunsche der Wehr, kam die Amtsvertretung dann auch nach, und am 11. Juli 1961 wurde unter Amtsb√ľrgermeister Bier ein neues Magirus-Allrad-Tankl√∂schfahrzeug TLF 16 angeschafft (dieses ist zur Zeit noch in Reinsfeld im Einsatzdienst). Durch den Ausfall der im Jahre 1929 angeschafften Motorspritze TS 6/6 bekam man noch im Zuge einer vom Land gef√∂rderten TS-Aktion einen Tragkraftspritzenanh√§nger mit vollst√§ndiger Ausr√ľstung.

Somit standen der Wehr zwei komplette L√∂scheinheiten zur Verf√ľgung. Schwelbr√§nden mit starker Rauchentwicklung konnte man ungef√§hrdet zu Leibe r√ľcken, nachdem am 25. M√§rz 1963 schwerer Atemschutz, in Form von Pre√üluftatmern, der Wehr zur Verf√ľgung standen. Die schwierigsten Verhandlungen zwischen Wehrf√ľhrung und Gemeinde erwiesen sich bei der Indienststellung einer neuen mechanischen Zugleiter.

Endlich, nach unnachgiebiger Haltung der Wehr, erhielt man im Februar 1965 eine neue 18 m hohe dreiteilige Steigleiter Typ AL 18. Letzten Endes erhielt die Wehr am Landesfeuerwehrtag in Trier wegen erfolgreicher Teilnahme ein Sprungtuch geschenkt. Mit dieser Ausr√ľstung konnte man vorerst zufrieden sein.

Leider war die Zusammenarbeit zwischen Wehrf√ľhrer Weber und der Beh√∂rde immer mehr aus dem Lot geraten, so da√ü Weber sein Amt am 12. Januar 1967 nach 14j√§hriger F√ľhrungst√§tigkeit niederlegte. Willi Eiden-Harms wurde am 11. Mai 1967 Nachfolger und behielt diesen Posten bis zum 13. Januar 1979. Im Anschlu√ü daran wurde Ernst Blasius Wehrf√ľhrer.

 
 
 
 
 




Neubau der jetzigen Feuerwache

1978 wurde ein neues Tanklöschfahrzeug TLF 16/25 beschafft, welches das alte von 1961 ersetzte. Dieses wurde an die Nachbarwehr in Reinsfeld gegeben. Beide sind noch heute jeweils in Hermeskeil und Reinsfeld im Dienst.
1979 beschaffte der Landkreis Trier-Saarburg einen R√ľstwagen
RW 2 und stationierte ihn in Hermeskeil. Der bis dahin vorhandene Unfallhilfswagen (UHW) wurde an die Feuerwehr Schillingen abgegeben. Auch dieser RW 2 tut noch heute in Hermeskeil seinen dienst. 

In Wahrnehmung ihrer vielseitigen Aufgaben war die Wehr¬† mit den modernsten technischen Ger√§ten ausgestattet. die es damals gab. Nach mehrfacher Novellierung des ersten Landesgesetzes √ľber das Brandschutzwesen vom 11. Mai 1949 liegt heute das Feuerwehrwesen in der Verantwortlichkeit der Verbandsgemeinde und zwar ab dem l. Januar 1975. Erh√∂hte Gefahrenbereiche, hervorgerufen durch verst√§rkten Stra√üen- und Autobahnverkehr, gr√∂√üere Geb√§udekomplexe, Fabrikanlagen usw., erforderten eine Umorientierung bzw. Neuanpassung der Feuerwehren an die neue Umweltsituation.
Dieser neue Tatbestand betraf die Feuerwehr Hermeskeil im besonderen. Und so wurde unsere Wehr vom Katastrophenschutzamt Rheinland-Pfalz im Sommer 1975 als St√ľtzpunktwehr beauftragt, Unfallhilfsdienst auf der Autobahnstrecke A1 sowie den umliegenden Bundes- und Landstra√üen zu √ľbernehmen.
Neue Aufgaben erfordern neue Fahrzeuge mit entsprechenden Ger√§ten. Aus diesem Umstand ergab sich¬†ein ernstes Problem, n√§mlich die Unterbringung in einem gen√ľgend gro√üen und m√∂glichst gut erreichbaren neuen Ger√§tehaus.
Nach vielen Verhandlungen √ľber die schwierige Standortfrage, Finanzierung und Umfang des Bauvolumens, wurde das Vorhaben nach einj√§hriger Bauzeit verwirklicht. Da√ü man am 11. Juni 1978 die neue Feuerwache feierlich ihrer Bestimmung √ľbergeben konnte, gilt als besonderes Verdienst des damaligen B√ľrgermeister Becker.
 
Man darf sagen, ein wahrhaft stolzes Werk mit einem Kapitalaufwand von 1 Million DM war wohl gelungen.
 
 


100 Jahre Feuerwehr Hermeskeil, Festtage 18.-20. Juni 1983

Vom 18. bis 20 Juni 1983 feierte die Freiwillige Feuerwehr Hermeskeil ihr 100j√§hriges Bestehen verbunden mit dem V. Kreisfeuerwehrtag Trier-Saarburg und dem Verbandsfeuerwehrtag der Verbandsgemeinde Hermeskeil. Anl√§√ülich dieses Festes wurde eine Festschrift erstellt, in welcher eine Chronik der Feuerwehr Hermeskeil von Bernhard Weber ver√∂ffentlicht wurde (aus dieser stammt mit einigen Erg√§nzungen der obige Text). √úber den Stand der St√ľtzpunktfeuerwehr Hermeskeil im Jahr ihres 100j√§hrigen Bestehens schreibt Bernhard Weber:
"Zur Erf√ľllung des breitgef√§cherten Aufgabenbereiches stehen in unserer Feuerwache folgende Gro√üger√§te:
  • TLF 16 als Tankl√∂schfahrzeug mit kompletter Ausr√ľstung zur Brandbek√§mpfung. Leitung: Brandmeister Albert Knop.
  • RW 2, als R√ľstwagen f√ľr Katastropheneins√§tze aller Art mit Spezialger√§ten, wie: Rettungsschere, Schneidbrenner, Hebe- und Zugwerkzeuge, Stromaggregate, Brechwerkzeuge usw. Dieser Wagen wurde von der Kreisverwaltung an die Amtswehr Hermeskeil √ľbergeben zur Erf√ľllung aller technischen Hilfsma√ünahmen. Leitung: Brandmeister Harry Kann.
  • Unimog (auch TLF 8) als Waldbrandspezialfahrzeug wegen seiner Gel√§ndeg√§ngigkeit. Leitung: Brandmeister Walter Weber.
  • TS 8/8 l Tragkraftspritzenanh√§nger zur Brandbek√§mpfung, auch zur Wasserf√∂rderung √ľber weite Strecken. Leitung: Brandmeister Hermann Heck.
  • fahrbare mech. 3teilige Ausziehleiter AL 18 = Steigleiter mit 18m H√∂he. Leitung: Brandmeister Werner Eiden.
  • ELW = l VW-Bus als Einsatzleitwagen und Transportfahrzeug zur Einsatzstelle.
Zu diesen Gro√üger√§ten kommt noch eine Vielzahl an wichtigen Kleinger√§ten hinzu. An Schlauchmaterial stehen insgesamt 2250 m zur Verf√ľgung. Der Geldwert der Gesamtausr√ľstung betr√§gt etwa 650000 DM. Bei dieser Vielzahl an hochtechnischen Ger√§ten sind st√§ndige √úbungs- und Arbeitsstunden sowie Schulungen aller Art, eine zwingende Notwendigkeit.
Man darf wohl zu recht behaupten, da√ü die Wehrm√§nner im wahrsten Sinne des Wortes, einen Gro√üteil ihrer Freizeit opfern f√ľr den Dienst an der Allgemeinheit. Denn nur eine gute Ausbildung bietet die Gew√§hr f√ľr eine optimale Hilfe im Einsatz.
Mit Stolz d√ľrfen wir die Leistungen unserer 45 Mann starken Wehr betrachten, die im Durchschnitt 50 - 60 Eins√§tze pro Jahr abzuleisten hat. Ihr verdanken wir, da√ü so manches Menschenleben gerettet wird und betr√§chtliche Sachwerte vor der Vernichtung bewahrt bleiben.
An dieser Stelle soll unserem derzeitigen Wehrf√ľhrer, Ernst Blasius, eine besondere Anerkennung zukommen. Welch gro√üe Verantwortung ruht auf seinen Schultern, wenn man bedenkt, da√ü √ľber 1,5 Millionen DM Sachwerte, von ihm treuh√§nderisch zu verwalten sind und von seinem Einsatzbefehl wom√∂glich Leben und Gesundheit der ihm unterstellten M√§nner abh√§ngen kann. Von dieser Warte her gesehen, braucht die gesamte Wehr und besonders ihre F√ľhrung vollste Unterst√ľtzung von uns allen.
M√∂ge es gleichzeitig ein Appell an alle jungen M√§nner sein, sich in den Dienst einer Feuerwehr zu stellen. Wenn die Beh√∂rde bestes R√ľstzeug stellt und ohne Vorbehalte den Wehrm√§nnern Unterst√ľtzung gew√§hrt, der B√ľrger den wahren Wert einer Wehr anerkennt und f√∂rdert, nur dann kann eine Freiwillige Feuerwehr ihre Pflichten voll erf√ľllen."
 
Feuerwehr Hermeskeil zur Jahrtausendwende

In den letzten Jahren hat sich weiterhin einiges getan in der Feuerwache Hermeskeil. 1987 kaufte die Verbandsgemeinde Hermeskeil eine Drehleiter DLK 23/12-Vario¬†(Magirus auf IVECO-Magirus Fahrgestell), welche bei der St√ľtzpunktfeuerwehr Hermeskeil stationiert wurde. Diese Leiter wurde n√∂tig, da immer mehr Geb√§ude mit mehr als zwei Stockwerken in Hermeskeil gebaut wurden. Zus√§tzlich befindet sich in Hermeskeil das St. Josef Krankenhaus, welches bis zu f√ľnf Stockwerke besitzt. Bei einem Einsatzfall mit eventueller Menschenrettung h√§tte es zu lange gedauert, bis die n√§chste Drehleiter der fast 40 km entfernten Berufsfeuerwehr Trier vor Ort gewesen w√§re. Die alte AL 18 wurde an die benachbarte Feuerwehr Reinsfeld abgegeben.
Im Herbst 1990 erhielt die Feuerwehr Hermeskeil ein neues LF 16 (Iveco-Magirus). Dieses ersetzte den Waldbrand Unimog, der an die Wehr der Nachbargemeinde Beuren abgegeben wurde, so da√ü auch dieser im Einsatzfall bei Waldbr√§nden in der Verbandsgemeinde Hermeskeil zur Verf√ľgung steht. Das LF wurde aus zweierlei Gr√ľnden notwendig. Da die Feuerwehr Hermeskeil einen Teil der Autobahn A1 betreut, sind zwei Fahrzeuge mit Wassertank. Zus√§tzlich zur L√∂schbeladung wurde das LF 16 mit einer √Ėl- und Umweltschutzbeladung ausgestattet. So kann bei Unf√§llen mit gef√§hrlichen G√ľtern die Gefahrenabwehr durch die Feuerwehr Hermeskeil gew√§hrleistet werden, bis der Gefahrstoffzug des Kreises Trier-Saarburg eintrifft. Kleinere √Ėlunf√§lle k√∂nnen mit diesem Fahrzeug selbst bew√§ltigt werden.
Da der 1981 beschaffte und als ELW (Einsatzleitwagen) eingesetzte VW-Bus immer mehr seinen Geist aufgab, wurde 1993 von der Verbandsgemeinde Hermeskeil ein neuer ELW 1 (Ford Transit) angeschafft.
Als Erg√§nzung zu dem 1979 vom Landkreis Trier-Saarburg beschafften R√ľstwagen RW 2 (IVECO Magirus) erwarb die Verbandsgemeinde Hermeskeil 1997 einen Vorausr√ľstwagen VRW (Mercedes Sprinter). Mit diesem ist es nun m√∂glich, bei Verkehrsunf√§llen wesentlich schneller vor Ort zu sein. Mit der Beladung des VRW kann die Rettung der eingeklemmten Personen schneller begonnen werden, weiteres schweres Ger√§t kann durch den nachr√ľckenden RW 2 bereitgestellt werden. Dieser zwar recht teuren Anschaffung haben sicherlich schon mehrere Menschen ihr Leben zu verdanken, den ohne den schnellen VRW w√§ren sie wohl nicht so schnell aus ihrem verungl√ľckten Fahrzeug gerettet und dem Rettungsdienst √ľbergeben worden.
Im Fr√ľhjahr 1998 erhielt die Feuerwehr Hermeskeil den vom Landkreis Trier-Saarburg beschafften Wechsellader WLF (MAN, Baujahr 1997). Dieses Fahrzeug ist mit einem Abrollbeh√§lter Pumpen AB-Pumpen beladen. Der Kreis beschaffte dieses Fahrzeug zum Hochwasserschutz vorwiegend an Saar, Sauer und Mosel. Die Feuerwehr Hermeskeil hat zwar nichts direkt mit dem Hochwasser dieser Fl√ľsse zu tun, da Hermeskeil mit durchschnittlich 550 m √ľber NN recht hoch liegt. Jedoch sind dadurch auch keine Kr√§fte der Feuerwehr Hermeskeil gebunden, und somit k√∂nnen Wehrm√§nner der Hermeskeiler Wehr mit dem Pumpencontainer Pumpen an die Wehren der betroffenen Ortschaften verteilen und sp√§ter wieder einsammeln.
Neben diesen Gro√üfahrzeugen steht in der Hermeskeiler Wache noch ein Mehrzweckfahrzeug MTF-L. Mit diesem wird so alles transportiert, was die Feuerwehr braucht oder entsorgen mu√ü. Dieses Fahrzeug wurde gebraucht gekauft und von der Feuerwehr selbst umgebaut. Zus√§tzlich kaufte die Verbandsgemeinde Hermeskeil 1998 einen Gabelstapler. Mit diesem k√∂nnen nun so manche Beh√§lter (Schl√§uche, Sands√§cke, Fl√ľssigkeiten) leichter verladen werden.
Da die Feuerwache Hermeskeil aufgrund ihrer Größe den derzeitigen Anforderungen nicht mehr entspricht, wird zur Zeit (Jahr 2000) die Erweiterung geplant.
Wie Bernhard Weber seine Chronik in der Festschrift 100 Jahre Feuerwehr Hermeskeil im Jahre 1983 beendete, so möchte auch ich dies nun tun mit den Worten des Chronisten Rektor Bach. Denn seine Worte, niedergeschrieben in den 20'er Jahren des letzten Jahrhunderts, sind auch heute noch zutreffend:
‚ÄěDie Zahl der christlichen und weltlichen Vereine ist heute sehr gro√ü und sie dienen den verschiedensten Zwecken. Dem Sport, der Geistespflege, dem Frohsinn, der Geselligkeit, dem Gesang, der Musik sowie der Kunst in all ihren Formen. Sofern diese Vereine auf edler Grundlage aufgebaut und im Sinne christlicher, wie auch weltlicher Ordnung geleitet und t√§tig sind, haben sie Daseinsberechtigung. Aber keine von diesen Vereinigungen dient so der uneigenn√ľtzigen Hilfe f√ľr Jedermann wie eine Freiwillige Feuerwehr. Sie ist stets bereit, sich f√ľr ihre Mitmenschen einzusetzen, ob Freund oder Feind, um auch im Falle √§rgster Not die gr√∂√üten pers√∂nlichen Gefahren auf sich zu nehmen."
In diesem Zusammenhang erhalten die Worte unseres fr√ľheren Pastors, Dr. Friedrich, einen besonderen Stellenwert. W√§hrend eines Patronatsgottesdienstes pr√§gte er einmal das Bild des Feuerwehrmannes mit folgenden Worten:

‚ÄěFeuerwehrmann sein hei√üt:
- Mensch sein,
- Mann sein,
- Christ sein!"

Mensch sein - Der da mitf√ľhlt, mitempfindet und von innen heraus mitleidet, um dann von dieser √úberzeugung her, seine Hilfe anzubieten.
Mann sein - Mit Mut und Unerschrockenheit, notfalls seine Gesundheit oder sein Leben aufs Spiel zu setzen, um anderes, gefährdetes Leben zu retten.
Christ sein -¬† Um in echt christlicher N√§chstenliebe immer und zu jeder Zeit f√ľr den Anderen helfend dazusein.
Auf diesem ehrenhaften Fundament und auf die beschirmende Kraft ihres Schutzpatrons, des Heiligen Florian vertrauend, erf√ľllt unsere Wehr die ihr gestellten Aufgaben getreu ihrem Wahlspruch:
 

Gott zur Ehr - dem Nächsten zur Wehr.